Kurs: Lederköcher für Pfeile herstellen

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Kursziel: Das Anfertigen eines Lederköchers wahlweise nach historischem Vorbild oder modern. Schablonen und Anleitung werden für verschiedene Modelle zur Verfügung gestellt (z.B. Köcher von Ötzi, mongolischer Köcher, wikingerzeitlicher Köcher, einfacher zylindrischer Köcher).

Kursinhalt: Übertragen des Schnittmusters auf das Leder, Ausschneiden der Teile, das Färben und Nähen des Leders. Es wird grundlegendes materialkundliches Wissen (verschiedene Gerbungsarten, verschiedene Lederarten, Farbstoffe, Lederpflege, etc.) vermittelt und die Grundlagen der Lederverarbeitung (Färben, Nähen, Anbringen von Schnallen und Nieten). Das Leder kann mit gestempelten Mustern oder Buchstaben verziert werden, falls gewünscht.

Historischer Hintergrund: Eines der ältesten Köcherfunde ist der Fellköcher der Gletschermumie Ötzi (ca. 3300 v.Chr.), der mit einem Holzstab verstärkt ist, und 2 Pfeile mit Steinspitzen und 12 vorbereitete Pfeilschäfte enthielt. Ägyptische und Assyrische Bögen/Köcher findet man oft auf Reliefs abgebildet. In der Antike war der skythische Bogen auch in Griechenland und Rom bekannt, der skythische Köcher, oder Gorythos ist auf griechischen Vasen abgebildet. Der Gorythos war ein kombinierter Pfeil- und Bogenköcher, der den gespannten Bogen in einem zusätzlichen Fach aufnehmen konnte. Der berühmteste Fund aus dem keltischen Kulturbereich ist der im Fürstengrab von Glauberg gefundene Köcher (und Bogen). Ab dem Frühmittelalter erscheint ein völlig neuer Köchertypus bei den Awaren (Rekonstruktionen anhand von Beschlagfunden in diversen awarischen Gräbern), der wahrscheinlich auch Köcher von umgebenden germanischen Stämmen beeinflusste (Köcher im Grab von Altdorf). In diesem Köcher wurden die Pfeile mit der Spitze nach oben transportiert, es gab eine Befüll- und Entnahmeöffnung, um die Pfeilbefiederung beim Befüllen zu schonen. Die Köcher wahren wahrscheinlich nicht ganz aus Leder, sondern es wurden Holzteile oder Birkenrinde mit Leder kombiniert. Dieser Köchertypus blieb mit kleinen Veränderungen bis ins 13.Jhdt in Verwendung (z.B. kumanische Köcher), bis er von mongolischen und osmanischen Köchern abgelöst wurde, die kleiner waren, und in denen die Pfeile mit der Spitze nach unten transportiert wurden. Bei allen Reitervölkern gab es in der Regel auch Köcher für die aufgespannten Bögen, während diese in Westeuropa fehlen. Wikingerzeitliche Köcher wurden im Nydam-Moor und auch in Haithabu (AD 850) gefunden. Der Nydam-Köcher hat Holzteile, der von Haithabu ist aus Leder und zylindrisch-sackförmig gebaut. In England waren im laufe des Mittelalters zylindrische Hüftköcher aus Leder in Verwendung, auf dem versunkenen Kriegsschiff Mary Rose (15.Jhdt) fand man Teile eines „Pfeilsackes“ mit einem siebförmigen Leder-Abstandhalter, der die Pfeile mit der Befiederung nach oben im Behältnis fixierte. Tudorzeitliche (16./ 17.Jhdt) englische Lederköcher waren ebenfalls zylinderförmig, mit einem weichen Ledersaum, den man umschlagen konnte, um die Pfeilenden zu schützen.

Kursleiter: Ferenc Zamolyi

Kursdauer: 9:00-18:00 Uhr

Kurskosten: € 80,-

Materialkosten: € 35.- bis € 60.- je nach Modell und Größe (Hinweis: Die Materialkosten sind direkt vor Ort beim Kursleiter zu zahlen)

Teilnahme ab 18 Jahren.

 

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