Historischer Handwerkskurs: Punzieren/Stempeln

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Kursziel: Als Vorlage werden ältereisenzeitliche Gehänge mit punzierten/gestempelten Verzierungen gestaltet. Alternativ wäre auch die Herstellung eines punzierten Ohrringpaars oder eines Anhängers mit für andere Epochen charakteristischen Motiven möglich. Der Kursleiter stellt Vorbilder aus mehreren historischen Perioden an Ort und Stelle zur Verfügung.

Kursinhalt: Im Rahmen des Kurses erlernen die Teilnehmer*innen durch Punzieren die Grundlagen der Kaltbearbeitung vorbereiteter Kupferbleche (scheibenförmige und dreieckige Formen sind vorhanden). Die richtige Handhabung der Werkzeuge bzw. die ordentliche Ausführung des Punzierens wird vorgeführt, damit die Teilnehmer*innen ihre eigenen alteisenzeitlichen Gehänge (oder einen Anhänger / ein Ohrringpaar verziert mittels anderer Musterpunzen) nach historischen Verfahren selber herstellen können.

Historischer Hintergrund: Das Punzieren ist eine der ältesten Verzierungstechniken des Metallhandwerks. Als Punzen (genauer Musterpunzen) oder Stempel bezeichnet man kleine Metallstäbe mit unterschiedlich geformten Enden. Diese Werkzeuge werden durch Hammerschläge in die Metalloberfläche des zu verzierenden Objektes (das auf einer Schlagunterlage liegt) eingeschlagen. Hierdurch hinterlassen die Punzen das negative Muster ihrer Arbeitskanten, wie z. B. einzelne punkt-, ring-, kreis-, perlen-, dreieckförmige oder sogar figürliche bzw. pflanzliche Verzierungen. Durch die Wiederholung der einzigen Punzschläge kann ein komplexes Dekor (z. B. mehrere parallele Punktreihen) erstellt werden.

Diese Verzierungstechnik hat sich wahrscheinlich gleichzeitig mit dem Treiben und Ziselieren[3] entwickelt, dementsprechend lässt sie sich aufgrund der archäologischen Metallfunde über 4000 Jahre zurückverfolgen. In der Bronzezeit ist die Technik in Europa bereits weit verbreitet. Punkt-, perlen-/buckel- oder kreis- bzw. kreisaugenförmige Muster sind nach künstlerischem Stil oder symbolistischer Bedeutung auf der Oberfläche verschiedener Objekte aus Bunt- oder Edelmetall wie Schwerter, Gefäße bzw. Finger- und Armringe, angeordnet. Sowohl in der Spätbronzezeit als auch in der Eisenzeit verleihen die einfachen geraden oder leicht kurvigen Punkt- oder Kreisaugenreihen den Anhängern und Fibeln ein prunkvolles Erscheinungsbild. In weiterer Folge sind im römischen Kulturkreis kaum mehr Objektgruppen zu finden, die (dies belegen zumindest einige erhaltene Exemplare) nicht mittels Musterpunzen verziert sind. Im Verlaufe der Jahrhunderte bleibt Punzieren ein wichtiges Verzierungsmotiv entweder als Hauptteil oder als Nebenkomponente der ornamentalen Dekoration an Metalloberflächen. Dies wird auch durch die ausführliche Beschreibung dieser Verzierungstechnik von Theophilus Presbyter aus dem 12. Jahrhundert und Benvenuto Cellini aus dem 16. Jahrhundert bewiesen.

Kursleiter: David Zs. Schwarcz

Kurszeiten: 10-17 Uhr

Kurskosten: 85 Euro

Materialkosten: Vorbereitete Kupferbleche (Scheiben und dreieckige Bleche); Haken (für die Ohrringe) bzw. Drahtringe (für die Anhänger): ca. 5 Euro pro Person



[3] Die grundliegenden Techniken zum Herausarbeiten einer Grundform bzw. zur Gestaltung plastischen Dekors aus einem Metallblech (wie z. B. eine Schale und ihre erhabene Reliefverzierungen).

 

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