Experimentelle Archäologie

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

40 Jahre Experimentelle Archäologie

Von Freitag, 1. Juli, bis Sonntag, 3. Juli, wird das MAMUZ Schloss Asparn/Zaya wieder zum Schauplatz für Experimentelle Archäologie. Im Rahmen einer mehrtägigen Lehrveranstaltung des Instituts für Urgeschichte und historische Archäologie an der Universität Wien versammeln sich zahlreiche Studierende im archäologischen Freigelände des Museums und stellen ihre experimentalarchäologischen Forschungen an. Prähistorische Musikinstrumente werden gebaut, bronzezeitliche Kochpraktiken ausprobiert und Werkzeuge aus Eisen verarbeitet – alles mit den Mitteln und Techniken unserer frühen Vorfahren. Wissenschaftsinteressierte können den angehenden Forscher*innen über die Schulter blicken und ihre Versuche hautnah beobachten.

Die Lehrveranstaltung feiert heuer sein 40. Jubiläum. Zu diesem Anlass gibt es am 2. Juli für alle Besucher*innen des MAMUZ Schloss Asparn/Zaya einen vergünstigten Eintritt um 4 Euro pro Person. Außerdem finden von 10:00 bis 14:30 Uhr spannende Vorträge zur Experimentellen Archäologie und ihren vielfältigen Anwendungsgebieten von Franz Pieler (wiss. Leiter des MAMUZ), Karina Grömer (NHM Wien), Hans Reschreiter (Grabungsleiter im prähistorischen Salzbergwerk Hallstatt) und vielen weiteren Wissenschaftler*innen statt.

Experimentelle Archäologie spielt im MAMUZ Schloss Asparn/Zaya in der Forschung wie auch in der Vermittlung eine tragende Rolle. Seit 1982 ist das archäologische Freigelände mit seinen historisch eingerichteten Werkstätten jährlich Austragungsort für die Lehrveranstaltung „Experimentelle Archäologie“ der Universität Wien. Die europaweite Vorreiterrolle des MAMUZ im Bereich der experimentellen Forschung lockt aber auch zahlreiche Studierende aus internationalen Universitäten zur Lehrveranstaltung.

Erlernt werden experimentalarchäologische Forschungsmethoden zu unterschiedlichen Themengebieten, die von prähistorischer Architektur, Holztechnologie, Keramikherstellung, Textilarbeit und Steinbearbeitung bis zum Verstehen von Handlungsabläufen, wie zum Beispiel die Brandbestattung, reichen. Die erworbenen handwerklichen Fähigkeiten, technischen Arbeitsvorgänge sowie vermittelten Kenntnisse über verschiedene Materialien werden von den Studierenden anhand konkreter Experimente vor Ort erprobt. Dafür werden die historischen Werkstätten, wie die keltische Eisenschmiede, Glasmacherhütte aus der späten Eisenzeit oder die Töpferei mit ihren beiden Brennöfen, in Betrieb genommen.

Ergänzend zur Lehrveranstaltung kann die laufende Sonderausstellung „Experimentelle Archäologie“ im MAMUZ Schloss Asparn/Zaya besucht werden, in der 25 außergewöhnliche Experimente renommierter Archäolog*innen aus der ganzen Welt präsentiert werden.

Vortragsprogramm

10:00 Begrüßung
Mathias Mehofer, VIAS, HEAS, Universität Wien
Franz Pieler, Land NÖ
Christoph Mayer, MAMUZ

10:20 Franz Pieler
Steinwerkzeuge in der Experimentellen Archäologie

10:40 Ingrid Schierer
Experimentelle Archäologie in Asparn: Textile Techniken von Anfang an dabei!

11:00 Beate Maria Pomberger
Musikinstrumente im experimentellen Bau

11:20 Vera Albustin
Die „Venus“ von Falkenstein-Schanzboden: Versuch einer Rekonstruktion

11:40 Julia Budka
Kochtöpfe und Feuerböcke: Neue Ansätze zum Verständnis bronzezeitlicher Kochpraktiken in Nubien (Sudan) durch Experimentelle Archäologie

12:00 Hans Reschreiter
Rund ums Salz: 55 Jahre experimentelle Forschung zum Salzbergbau Hallstatt

12:20 Mittagspause

12:50 Michael Konrad
Oberflächlich betrachtet: Eine Spurensuche auf prähistorischen Bronze-Artefakten

13:10 Michaela Fritzl
Rituals Matter: Experimentelle Kremationen nach frühurnenfelderzeitlichem Vorbild

13:30 Karina Grömer
Textilexperimente bei experimentellen Kremationen

13:50 Lukas Kerbler
Experimente zur Eisengewinnung und -verarbeitung

14:10 Alexander Sieghartsleitner
Über das Schweißen von Panzerhemd-Ringen in einer frühmittelalterlichen Esse

*Gültig nur für den Standort MAMUZ Schloss Asparn/Zaya am 2. Juli 2022.

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