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Bronzeschmiede

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Eisenzeit

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Eisenzeit

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Jungsteinzeitliches Langhaus

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Jungsteinzeitliches Langhaus

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Jungsteinzeitliches Langhaus

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©  MAMUZ

Keltenfest im Freigelände

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© Dieter Nagl

Keltenfest im Freigelände

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Archäologisches Freigelände

Die frühmittelalterliche Kirche

2021 ist im archäologischen Freigelände eine frühmittelalterliche Kirche unter Anwendung experimentalarchäologischer Methoden rekonstruiert worden. Der Befund stammt aus Pohansko bei Břeclav, wo zwischen 2008 und 2012 bei einer archäologischen Ausgrabung die Reste einer Rundkirche aus dem 9. Jahrhundert n. Chr. gefunden wurden.
Dieser Plan zeigt die Kirche in einer frühmittelalterlichen Siedlung, Hörbeispiele geben Einblicke in Leben und Alltag der Menschen des frühen Mittelalters. Reinhören und mehr erfahren!

  • Grubenhäuser

    Grubenhäuser

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    Die typische Hausform im Mittelalter waren sogenannte Grubenhäuser. Das sind im Boden halb eingetiefte Gebäude aus Holz. Die Vorteile dieser Bauweise waren vielfältig. So wurde die Speicherwärme der umgebenden Erde genutzt, wodurch die Innentemperatur im Vergleich zur Außentemperatur zu jeder Tages- und Jahreszeit konstanter war als bei freistehenden Gebäuden. Außerdem war der Aufwand für den Bau der Wände geringer, so konnte u.a. Baumaterial gespart werden, doch dazu später.

    Bei archäologischen Grabungen können meist nur Gruben und Reste von Feuerstellen festgestellt werden. Da das Dach und die Wände der Häuser aus organischem Material, wie Schilf, Stroh, Holz oder Lehm waren, existieren diese nicht mehr. Verkohltes Holz sowie gebrannter Lehm sind dauerhaft haltbar.

    Die Wände der Grubenhäuser konnten auf verschiedene Art konstruiert sein, zB aus Holzbalken in Blockbautechnik wobei die unterste Lage entweder auf dem Boden des Grubenhauses oder nur auf dem Rand der Grube aufliegen konnte.
    Wenn die Seiten des Dachs bis zum Boden reichten, waren oftmals keine Wände. Wenn Holzpfosten das Dach trugen, konnte die vordere und hintere Wand aus Flechtwerk bestehen. Eine Flechtwerkwand wird aus Weidenruten geflochten und mit Lehm verputzt. Ob diese Wände bemalt waren, lässt sich heute nicht mehr beantworten.
    Die Eingänge wurden aus praktischen Gründen in der dem Wind abgewandten Himmelsrichtung und gegenüber den Öfen angelegt. In die Grubenhäuser gelangte man mittels Leitern, Treppen oder Rampen.

    Meist befand sich ein aus Steinen aufgebauter Kuppelofen in einer der Ecken. Er diente der Beheizung des Hauses und oft sicherlich auch als Kochstelle. Meist wurde der Kuppelofen auf einem einfachen Unterbau aus einer Lehmplatte errichtet, um die Bodenfeuchtigkeit abzuhalten. Es wurden auch Kuppeln aus Lehm über korbartig geflochtenen Ruten oder einer Konstruktion aus Holzscheiten aufgebaut. Auch offene Herdplatten wurden zum Kochen benützt. Ein zusätzlicher Ofen konnte in die Lehmwand, sprich in das die Hausgrube umgebende Erdreich, eingegraben sein. Dieser war optimal zum Backen von Brot geeignet.

    Manche Grubenhäuser dienten auch als Werkstätten, beispielweise um Stoffe zu weben. Dabei finden Archäologinnen und Archäologen häufig nur noch die tönernen Webgewichte, die die Kettfäden des Webstuhles spannten.

    Die Größe der Grubenhäuser schwankte meist zwischen 8 und 12 m2. Das erscheint aus heutiger Sicht sehr klein, ethnographische Vergleiche zeigen allerdings, dass dies für eine Familie ausreichend war. Sie konnten jedoch auch beträchtlich größer sein und um die 20m2 Fläche bieten

    Von der hölzernen Einrichtung dieser Häuser – Schlaf- und Sitzgelegenheiten, Tische und Regale – erhielten sich nur kleine runde Abdrücke, sogenannte Steckenlöcher.
    Ob und wieviele Fenster vorhanden waren, wie groß sie waren und wo sie sich in den Wänden befanden, darüber kann nur spekuliert werden.

  • Der Schmied

    Der Schmied

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    Im Frühmittelalter wurden einfachere Tätigkeiten direkt im Wohnhaus durchgeführt. Darunter fällt etwa Garn spinnen, nähen, Korn mahlen, Messer schleifen und Tierhäute bearbeiten.

    Die Ver- und Bearbeitung von Metall war jedoch aufwändiger, da hierfür spezielle Einrichtungen und Werkzeuge, sowie besondere Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich waren. Das Eisen musste zuerst in Schachtöfen aufbereitet werden. Diese wurden mit Eisenerz und Holzkohle beschickt und im sogenannten Verhüttungsprozess trennte sich unter hohen Temperaturen die Schlacke vom Eisen. Dies geschah sowohl in größeren metallurgischen Anlagen, in speziellen Siedlungen, wie auch gelegentlich in Dörfern und in den Zentren dieser Zeit.

    Für die weitere Verarbeitung des Eisens zu Gegenständen war der Schmied zuständig. In den Dörfern kümmerte sich dieser um alle Arbeiten, die im Zusammenhang mit Eisen anfielen, während sich die Handwerker in den zentralen Siedlungen stärker spezialisierten. Hier wurden von den Feinschmieden auch Bunt- und Edelmetall verarbeitet. Manche von ihnen beherrschten sehr komplizierte Techniken, wie Granulation oder Filigran. Filigran ist das Aufsetzen winziger Metall-Kügelchen bzw. Drähte zur Verzierung, für die großes handwerkliches Geschick und das entsprechende Knowhow nötig waren.
    Auch die Herstellung von Schwertern aus Eisen war anspruchsvoll, denn die Schneiden mussten einerseits hart und scharf sein, andererseits musste das Schwert elastisch genug sein, um nicht zu brechen. Die begehrtesten Schwerter waren jedoch Importe aus dem Frankenreich, besonders dem Rheinland. Diese dienten dem Träger nicht nur als Waffe, sondern auch als Statussymbol, vergleichsweise etwa mit einem Porsche oder einer Rolex-Uhr in der heutigen Zeit.

    Der Schmied hatte eine wichtige Position in der Gesellschaft inne, er versorgte sowohl die Landwirtschaft als auch andere Produktionszweige und das Kriegswesen mit Gerätschaften und Waffen. Auch im Alltag waren eiserne Gegenstände unverzichtbar, etwa das Messer. Außerdem stellte er, wie bereits erwähnt, Produkte her, mit denen die Träger ihren sozialen Status zur Schau stellen konnten. Da der Schmied Material umwandeln und Formen verändern konnte, werden ihm in manchen Gemeinschaften übernatürliche Kräfte oder zumindest eine besondere Rolle zugeschrieben, dies spiegelt sich heutzutage oft in Sagen, Märchen, Heldenerzählungen und Brauchtum wieder.

    Die sogenannte Esse war eine einfache, mit Steinen und Lehm umgrenzte Feuerstelle. Das offene Feuer darin wurde mittels eines ledernen Blasebalgs angefacht. Hier wurde das Eisen rhitzt und am gleich daneben platzierten Amboss bearbeitet. Der eiserne Amboss war in einem Holzklotz fixiert und bot somit eine ebene und harte Arbeitsfläche.
    Zangen, Hämmer, Schürhaken, Feilen, Meißel und Wetzsteine sind nur einige der vielen Werkzeuge, die der Schmied benötigte. Da diese in der Anschaffung teuer waren, wird angenommen, dass sie jeweils von Vater an den Sohn vererbt wurden.

  • Bauer/Ackerbau

    Bauer/Ackerbau

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    Das bäuerliche Leben war vom Jahreslauf bestimmt. Anbau, Pflege, Ernte und Verarbeitung der Feld- und Gartenfrüchte war essentiell. Dabei war die Ernte − wie auch heute noch − von Schlechtwetter, Schädlingsbefall und Bränden bedroht.
    Im Verlauf des Frühmittelalters entwickelten sich Techniken und Methoden der Landwirtschaft weiter: Die Verbesserung der Geräte und die Verwendung ertragreicherer und widerstandsfähigerer Feldfrüchte brachten eine Steigerung des Ertrages mit sich. Bedeutsam war dabei auch das Befolgen geregelter Bodennutzungssysteme, das heißt, Felder wurden abwechselnd mit verschiedenen Arten von Getreide bebaut und brach liegen gelassen.

    Neben den eisernen Pflugscharen gab es in manchen Gegenden auch weiterhin einfache Hakenpflüge aus Holz, die den Boden lediglich aufritzten. Den Wert des Pflügens verdeutlichen die Gesetze der Franken: Die darin festgelegte Strafe für den Diebstahl des eisernen Pflugmessers orientierte sich weniger an dessen Materialwert als am Schaden, der durch den Arbeitsausfall entstand. Das Pflugmesser war vor der Schar befestigt und schnitt den Boden senkrecht ein, was das Pflügen erleichterte und dessen Ergebnis verbesserte.

    Mit der Zeit ging die Entwicklung in Richtung des schweren mittelalterlichen Beetpfluges, der mittels eines Streichbrettes die Erdscholle wendete und so den Ertrag stark verbesserte. Vor den Pflug waren Ochsen gespannt. Erst durch die Neuerung des Brust- bzw. Brustblattgeschirrs (Siel bzw. Kummet) konnten dafür Pferde verwendet werden. Deren Hufe wurden durch genagelte Hufeisen vor Abnützung geschützt.

    Mit gezähnten Sicheln konnte man Getreidehalme abschneiden. Mit Sensen wurde Gras gemäht, um Heu als Winterfutter für das Vieh zu gewinnen. Die damaligen Sensen wurden von schräg oben geschwungen und schnitten das Gras im Gegensatz zu Langsensen nicht bodennah, wodurch die Wiesenflächen noch nicht optimal genützt wurden.
    Ein großer Teil der landwirtschaftlichen Geräte – beispielsweise Eggen, Spaten, Harken und Dreschflegel – war aus Holz gefertigt und hat sich nur unter besonderen Bedingungen, zB. in Feuchtböden wie Mooren, erhalten.

    Auch Pflanzenreste erhielten sich nur im feuchten Milieu oder durch Verkohlung. Funde verkohlter Pflanzen auf archäologischen Ausgrabungen sind die wichtigste Informationsquelle für die Ernährung. Aus Getreide konnte Brot gebacken und nahrhafte Breigerichte hergestellt werden. Im heutigen Niederösterreich war Hirse im Frühmittelalter das beliebteste Getreide, gefolgt von Weizen, Gerste und Roggen. Einkorn, Emmer, Dinkel und Hafer waren ebenfalls bekannt, sind aber seltener nachgewiesen..
    Lein, Hanf und Schlafmohn wurden zu Speiseöl verarbeitet und dienten auch als Faserlieferanten. Hülsenfrüchte, wie etwa die Linse, waren wichtige Eiweißquellen.
    Obst- und Gemüseanbau fand noch recht wenig statt. Hier sind etwa Birne, Pfirsich, Zwetschke, Kriecherl, Walnuss, Gurke und Pastinake zu nennen. Auch Weinbau wurde bereits betrieben.

    Gesammelte Wildfrüchte ergänzten die Ernährung, so etwa Schlehe, Erdbeere, Brombeere und Holler.

  • Der Händler

    Der Händler

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    Archäologische Hinweise auf Handel wie Münzen, Gewichte aus Blei oder Teile von Waagen sind selten. Metallbarren hatten die Form von langgezogenen Äxten und könnten als Gegenwert beim Tausch gedient haben. Das Gleiche gilt vermutlich für Tücher aus Leinen. Das Mährische Reich hatte im 9. Jahrhundert keine eigene Münzprägung. Die hier gefundenen goldenen byzantinischen, karolingischen und arabischen Münzen wurden im internationalen Handel benutzt. Auch abgewogene Edelmetall-Stückchen könnten eine gewisse Rolle gespielt haben. Einfache Tauschgeschäfte waren sicher vorherrschend.

    Auch auf Ausgrabungen gefundene Gegenstände aus entfernten Gebieten zeugen von Handel oder könnten als Geschenke oder Kriegsbeute hierher gelangt sein. Sie sind aber nicht so häufig, dass von regulärem, intensivem und fest eingerichtetem Fernhandel ausgegangen werden kann.

    Viele Informationen zum Handel stammen aus schriftlichen Quellen, wie die Raffelstetter Zollordnung: Dies behandelt z.B. den Transport von Bayrischem Salz entlang der Donau zu einem „Markt der Mährer“. Auf diesem Markt wurde wohl vor allem mit importierten Gütern gehandelt. Eine andere Stelle dieser Zollordnung regelt den Waffenhandel und sieht ein Verbot der Weitergabe karolingischer Schwerter ins Ostland vor. Dieses wurde jedoch – nach Aussage der Archäologie – nicht streng eingehalten!

    Sehr viele Details zum Handel enthalten die Reiseberichte des Ibrahim Ibn Jakub, einem jüdischen Gesandten des Kalifen von Cordoba (im heutigen Spanien), der im 10. Jahrhundert weite Teile Europas bereiste. Er beschreibt die verschiedenen Völker, besonders Osteuropas, und ihre Eigenheiten, Geschichte, Burgen etc. Weiters berichtet er von Handelsplätzen, von Preisen für verschiedene Handelsgüter und diversen Exportwaren. Außerdem gibt er nützliche Details preis, etwa ob Kaufleute eine gute und preisgünstige Unterkunft für sich und ihre Lasttiere finden konnten.

    Die Lage Niederösterreichs mitten in Europa, die topographischen Gegebenheiten (zB. der Durchfluss der Donau) und das Bestehen des politischen Machtfaktors des Großmährischen Reiches sind Gründe dafür, dass hier äußerst wichtige Handelsrouten durchführten.
    Aus dem Westen, also dem Frankenreich kamen wertvolle, hochqualitative Schwerter, Lanzenspitzen, Reitzubehör sowie Glasgefäße in unser Gebiet, aus Transsilvanien und Bayern Salz. Im Fernhandel aus dem Orient gelangten hingegen Seide und andere wertvolle Stoffe sowie gläserne Lampen und aus dem Baltikum Bernstein hierher.
    Womit diese Handelswaren bezahlt wurden, wissen wir nicht. Möglicherweise aber wurden Kriegsgefangene und Verschleppte Menschen als Sklaven verkauft.

    Händler konnten sowohl „selbständig“ tätig sein als auch im Auftrag von Herrschern oder hohen Geistlichen, wie etwa Äbten und Bischöfen Handelsgeschäfte durchführen. Sie kamen ins Geschäft sobald Waren über einen größeren Weg transportiert oder auf überregionalen Märkten angeboten werden sollten.

  • Die Elite

    Die Elite

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    Bei den frühmittelalterlichen Burgen handelte es sich um ausgedehnte Areale mit zentralem Herrenhof. Sie waren Bestandteile von größeren Ballungsgebieten. In den größten davon hatte der Herrscher des großmährischen Reiches seine Sitze, in denen er jeweils zeitweise residierte (Pfalzen). Der eigentlichen, befestigten Burg konnte ein weiterer Siedlungs-Bereich vorgelagert sein, die sogenannt Vorburg. Hier befand sich das Anwesen des Burg-Aufsehers, der in der Abwesenheit des Fürsten das Sagen hatte. Der Kernbereich einer solchen Anlage wird im Freigelände des MAMUZ nachgebaut.
    Zu diesem Anwesen gehörte neben Wohn- und Wirtschaftsgebäuden auch eine eigene kleine Kirche. Die Kirche war wohl vom Amtsträger gegründet worden und bildete das symbolische Zentrum dieser Ansiedlung. Hier gingen die Angehörigen seines Haushaltes zur Messe und wurden auch am Friedhof rund um die Kirche bestattet.

    Ein Herrenhaus diente als Wohngebäude für den Amtsträger und seine Familie. Nach den Erkenntnissen der Archäologie könnte es etwa ein mehrräumiges Blockhaus aus Eichenbalken gewesen sein oder auch ein zweistöckiges, weiß verputztes Gebäude aus Holz mit teilweise gemauertem Fundament. Die anderen Gebäude – Wohnstätten für die weitere Bevölkerung, Wirtschaftsbauten und Werkstätten – waren rein aus Holz gebaut. Größere Gebäude, deren Wände aus Flechtwerk bestehen, wurden möglicherweise für Versammlungen genützt.

    Die Elite der Gesellschaft konnte es sich leisten, prachtvolle Gewänder, Trachtzubehör und Schmuck zu tragen, die kunstvoll und aus teuren Materialien hergestellt. Dem Schmuck dienten Ohrringe, Halskette aus Glasperlen und Fingerringe. Dabei wurden fränkische, byzantinische und südosteuropäische Einflüsse aufgegriffen. Luxuriöse Gürtelbestandteile aus Edelmetall waren dabei der herrschenden Dynastie vorbehalten. Runde, hohle Knöpfe aus Blech, sogenannte „Kugelknöpfe“, hielten oft das Obergewand der Eliten zusammen; manchmal dienten sie auch nur der Zierde. Sie konnten aus Buntmetall, Silber oder Gold sein und teilweise sehr aufwendige Verzierungen in verschiedenen Techniken tragen. Diese konnten eingehämmert bzw. eingeritzt werden oder durch aus aufgesetzten winzigen Metall-Kügelchen bzw. -Drähten bestehen. Dies wird als Granulation und Filigran bezeichnet.

    Auch kostspielige Waffen (Schwerter) und aufwendig verziertes Reitzubehör waren Kennzeichen der Elite. Die Schwerter waren oftmals Importe aus dem Rheinland, aus fränkischen Werkstätten. Dabei wurde sie von der fränkischen Repräsentation, also deren standesgemäßen Auftretens, inspiriert.
    Auch zu Tisch speiste die Elite anders als die durchschnittliche Bevölkerung: Sie benützte Keramikgefäße in speziellen Formen und von einer besonderen Qualität sowie aus dem Frankenreich importierte Glasgefäße. Ihr Speiseplan war erlesen und wohl vergleichsweise abwechslungsreich; dazu trank man Wein.

    Während einfache (Brett-)spiele ein beleibter Zeitvertreib waren, war die Jagd sicherlich der Elite vorbehalten. An manchen Höfen wurden sogar Bären zur Belustigung gehalten.

  • Christentum/Kirche/Mission

    Christentum/Kirche/Mission

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    Das Christentum war im Frühmittelalter von großer machtpolitischer Bedeutung und ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Auch gab das Christenum wichtige Impulse in Architektur, Kunst und Bildung. Die Missionierung, also die Bekehrung zum christlichen Glauben, war weiters ein Mittel zur Kontrolle der Bevölkerung. Sie erfolgte mittels Predigen, Taufen (und weitere Sakramente erteilen), Priester Einsetzen sowie Kirchenbau und -Weihe. Die Christianisierung erfolgte in dieser Zeit von „oben nach unten“, sprich als erstes bei den Herrschenden und höhergestellten Bevölkerungsschichten und erst dann bei der durschnittlichen Bevölkerung.

    In den Jahren um 800 n. Chr. wurde die Vorherrschaft der Awaren, eines östlichen Reitervolkes, in den östlichen Teilen des heutigen Österreich durch Kaiser Karl dem Großen beendet. In Folge wurden die Ländereien an der niederösterreichischen Donau an bairische Adelige, Bistümer und Klöster ausgegeben; Landesausbau und Missionierung verliefen Hand in Hand.
    Anders war die Situation in den Mährischen Fürstentümern, die ab 833 das Großmährische Reich bildeten. Hier hatten in der ersten Hälfte des 9. Jhs. nur mehr oder weniger erfolgreiche Missionsbemühungen durch Priester unterschiedlicher Herkunft, etwa aus dem Bistum Salzburg oder Regensburg, stattgefunden. Schließlich bat jedoch Fürst Rastislav – mit dem Ziel eines mährischen Erzbistums vor Augen – selbst um christliche Lehrer, zuerst den Papst in Rom, der ihn jedoch ignorierte und schließlich den byzantinischen Kaiser, der über das Oströmische Reich herrschte. Im Jahr 863 erreichte die byzantische Mission Großmähren, unter der Leitung von den beiden sogenannten „Slawen-Aposteln“: Es waren dies die Brüder Cyrill, ein Philosoph und Theologe, und Method, ein Mönch. Sie übersetzen die wichtigsten liturgischen (gottesdienstlichen) Texte in die slawische Sprache und schufen hierfür sogar ein eigenes Alphabet: die Glagolithische Schrift. Diese verbreitete sich in Folge auch in weiteren slawischen Ländern.

    Einflüsse in der Architektur des Kirchenbaus dieser Zeit in unserem Raum (sprich dem nördlichen Niederösterreich und Südmähren) stammen aus dem Frankenreich, dem Adriaraum und Byzanz, sprich dem Oströmischen Reich. Die Kirchen konnten unterschiedliche Formen und Größen haben, je nachdem was ihre Funktion war und in welchem Umfeld sie erbaut waren. Dies reicht von einfachen rechteckigen Saalkirchen über Rundkirchen, wie jene im Freigelände von Asparn, bis hin zu großen, mehrschiffigen Basiliken, die dem fürstlichen Milieu vorbehalten waren. Diese Kirchen konnten mit bemalten Glasfenstern und metallenen Glocken ausgestattet und innen kunstvoll bemalt sein.

    Generell war die Bestattung im Kircheninneren, und besonders im Hauptraum, war Mitgliedern der herrschenden Dynastien oder anderen elitären Familien vorbehalten. Die restliche Bevölkerung wurde am Friedhof rund um die Kirchen begraben.
    In den bedeutendsten Zentren gab es wohl bereits an Kirchen angeschlossene Schulen, in denen mit Stili (metallenen Schreibgriffel) auf Waxtäfelchen geschrieben wurde.
    Archäologische Funde, die auf den christlichen Glauben und dessen Ausübung hinweisen sind etwa metallene Kreuze, sowohl zum Umhängen als auch für Prozessionen oder als Beschläge. Als christliche Symbole dienten vor allem Christus/Heiligen- Darstellungen, Kreuzzeichen, Vögel und Lämmer.

  • Umgebungsplan

    Umgebungsplan

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    Der Umgebungsplan zeigt eine frühmittelalterliche Landschaft mit weiteren Siedlungen.

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Das archäologische Freigelände

Von der Steinzeit bis zum frühen Mittelalter öffnen originalgetreue Nachbauten von Wohn- und Wirtschaftsgebäuden einen Blick auf vergangene Lebenswelten Mitteleuropas. Hütten aus Lehm und Holz zeigen Wohn- und Arbeitsbereiche wie das Handwerk der Steinschläger, der Bronzegießer oder der Drechsler. Die Gebäude sind in Siedlungen der unterschiedlichen Epochen zusammengefasst, ergänzt durch Acker- und Gartenflächen. So sind die ersten Getreidesorten - Emmer und Dinkel - ebenso zu sehen, wie Erbsen, Bohnen und Färberpflanzen. Malerische Wege führen die Besucher*innen durch das archäologische Freigelände. Bei den historischen Festen zeigt sich das Freigelände voller Leben - wenn Steinzeitjäger, Kelten oder Hunnen lagern und feiern. Unsere Aktivprogramme und historische Handwerkskurse machen es möglich, Geschichte selbst auszuprobieren!

Die Siedlungskomplexe gliedern sich in Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit und frühes Mittelalter. Die Häuser sind allesamt Modelle von Gebäuden, die auf archäologischen Grabungen basieren. Im Inneren sind Alltagsgegenstände zu sehen, damit die Lebenswelt unserer Vorfahren erlebbar wird. 2021 ist das archäologische Freigelände um ein Architekturmodell reicher geworden: Eine frühmittelalterliche Kirche wurde nach einem Befund aus Pohansko aus dem 9. Jahrhundert von Experimentalarchäolog*innen errichtet.

2020 entstand im archäologischen Freigelände des MAMUZ Schloss Asparn/Zaya ein neuer Altsteinzeit-Komplex, bestehend aus leichten Zelten, Feuerstelle und „Cache“. Die Modelle basieren auf der Interpretation eines Ausgrabungsbefundes von Kammern-Grubgraben bei Langenlois (NÖ) und auf ethnohistorischen Vorbildern, besonders aus Feuerland. Aufgrund neuer Erkenntnisse durch jüngste Grabungen ist der Komplex um ein „Cache“ für das Fleisch erlegter Beutetiere, also um einen altsteinzeitlichen „Kühlschrank“, erweitert worden.

Die Jungsteinzeit wird anhand eines jungsteinzeitlichen Langhauses, einer Brotbackhütte sowie eines Getreidefeldes und eines in steinzeitlicher Technik errichteten Brunnens dargestellt.

Eine Bronzegießerei, ein großes Wohnhaus (Schwellenbau) sowie ein kleines Wohnhaus mit dazugehörigem Feld auf dem jene Pflanzen angebaut sind, die es auch in der Bronzezeit schon gab, stellen diese Epoche dar.

In den eisenzeitlichen Häusern sind die Lebensbereiche bereits stärker getrennt dargestellt, so sind neben Wohnhäusern eine Schmiede, eine Töpferei und eine Brotbackhütte zu sehen. Ein keltisches Heiligtum ist das Highlight dieses Siedlungskomplexes. Aus Basis eines Befundes aus dem keltischen Kultbezirk von Roseldorf (Gemeinde Großmugl) und unter Einbezug von Funden von Heiligtümern aus Frankreich wurde dieses Denkmodell errichtet, das weltweit einzigartig ist. Das keltische Versammlungshaus ist ein weiteres außergewöhnliches Gebäude in diesem Siedlungsbereich. Es wurde auf Basis eines Befundes von Michelstetten (Gemeinde Asparn) erbaut. Archäologen vermuten, dass im Versammlungshaus prunkvolle Waffen, Streitwägen, Pferdegeschirr, Kriegstrophäen und Beutestücke aufbewahrt wurden, die bei Kriegerversammlungen, Festen und Gelagen zur Schau gestellt wurden.

Ein Teil des Rundgangs ist der Umsetzung historischer Techniken gewidmet. So finden sich hier jährlich Student*innen der Universität Wien zur Experimentellen Archäologie zusammen und führen Experimente durch. Neben Rennöfen und Amboß sind Reibplatten zum Mahlen von Getreide und Lehmkuppelöfen zum Backen von Brot zu sehen.

Bei den historischen Festen zeigt sich das Freigelände voller Leben - wenn Steinzeitjäger, Kelten und Hunnen lagern und die Besucher*innen eingeladen sind mitzufeiern.

Natur im Garten klein

Das MAMUZ Schloss Asparn/Zaya ist Partner von Natur im Garten. Das archäologische Freigelände wird zu 100% ökologisch bewirtschaftet und gepflegt. Das zeichnet Natur im Garten mit dem Goldenen Igel aus.

 

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