Pfeile bauen (Kurs)

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Kursziel: Die erforderlichen praktischen und theoretischen Grundkenntnisse um regelkonforme Pfeile
für die Bogensportkategorie "Historischer Bogen" mit Holzschaft und Naturfedern herzustellen.

Kursinhalt: Pfeiltheorie – welcher Pfeil passt zu meinem Bogen (Überlegungen zur Pfeillänge und
Schaftdicke, zum passenden Gewicht der Pfeilspitzen und zum Gesamtgewicht der Pfeile sowie zum
optimalen Spinewert), Hintergrundwissen über den Zweck der Befiederung sowie Arten der
Befiederung, welche Federn sind geeignet, wie lang bzw. wie hoch soll die Befiederung sein, Spalten
des Kiels und Formbrennen von Naturfedern, Anfertigung von Holzschäften entweder aus Fichtenholz
oder aus diversen Schößlingen mit Selfnocks, Begradigung von krummen Schäften, Grundwissen zum
„Tapern“ und „Barreln“ von Schäften, diverse Befiederungsmethoden und solide Spitzenbefestigung,
Imprägnierung der Schäfte.

Historischer Hintergrund: Seit undenklichen Zeiten wurden Pfeil und Bogen verwendet. Hatte man
vor nicht allzu langer Zeit noch angenommen, die Bogenwaffe würde erst 12.000 bis 15.000 Jahre lang
in Verwendung stehen, so gehen neuere Schätzungen auf Basis von Funden in Afrika nun bereits bis auf
mindestens 65.000 Jahre zurück. So wurde in Südafrika in einer Höhle unweit von Kwa Zulu Natal eine
Pfeilspitze gefunden, die auf ein Alter von 61.000 Jahren datiert wurde. Die ersten Pfeilspitzen wurden
aus Knochen oder Geweihstangen geschnitzt bzw. aus Obsidian oder vergleichbaren Steinen geschlagen,
brauchbar ist jeder Stein der einen muschelförmigen Abschlag ermöglicht. Mit Einsetzen der Bronzezeit
im 3. Jahrtausend v. Chr. wurden Spitzen aus Bronze gegossen. Bronzespitzen wurden noch lange in die
Eisenzeit hinein verwendet, weil das Gießen effizienter als das Schmieden war.
Seit dem Altertum war die Pfeilherstellung ein vom Bogenbau getrenntes Handwerk – die
Bogenbaumeister der Antike und des Mittelalters beschäftigten sich nie mit der Pfeilherstellung und
umgekehrt. Den perfekten Pfeil anzufertigen, erfordert nämlich gleichviel Spezialwissen wie den
perfekten Bogen zu bauen.

Kursleiter: Rudolf Faustmann
Kursdauer: 9-17 Uhr
Kurskosten: 135 Euro
Materialkosten: In Summe ist mit zirka 6 bis 15 Euro pro Pfeil zu rechnen. Es hängt von der
individuellen Zusammenstellung der einzelnen Pfeile ab. Pfeilschaftrohlinge vorgetrocknet zur
Weiterbearbeitung: € 1,00 pro Stück, Turnierspitzen von € 0,90 - 1,50 je nach Typ, Historische Spitzen
zwischen € 3,00 - 10 je nach Typ, Befiederung ab € 1,40 pro Stück (x 3 = ab € 4,20 pro Pfeil).

 

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