Historischer Handwerkskurs: Schemel aus Holz bauen

MAMUZ Schloss Asparn/Zaya MAMUZ Schloss Asparn/Zaya

Kursziel: Jeder Teilnehmer baut einen kleinen Schemel (Dreibein-Hocker) mit etwa 30 x 20-30 cm Sitzfläche und 25-30-45 cm Sitzhöhe.
Die genauen Abmessungen können von den Kursteilnehmern bestimmt werden. Beim Bauen des Schemels werden v.a. traditionelle Handwerkszeuge (wie Handsäge, Schnitzeisen, Hobel, Axt, Hand-bohrer etc.) verwendet.

Kursinhalt: Die Teilnehmer lernen mit Handwerkszeug wie Handsäge, Beil, Ziehmesser, Schnitzeisen, Hobel etc. umzugehen. Es wird aus einem Stück Holz die Sitzfläche des Schemels angefertigt. Die Sitzfläche kann verschieden geformt (oval, eckig, abgerundet) und mittels Schnitzeisen dekoriert werden. Danach werden die Löcher für die Beine in die Sitzfläche mittels Handbohrer gebohrt. Die Beine des Schemels bestehen aus Aststücken, die auf die entsprechende Länge abgeschnitten und am oberen Ende mit Hilfe von Axt und Ziehmesser sich verjüngend geformt werden. Das Ende wird dann genau in die Löcher eingepasst, die Beine mit Leim und Holzkeilen in der Sitzfläche fixiert. Es wird auch erklärt, welche Holzarten man zum Schemel- (und auch Möbelbau) verwenden kann, wie das Holz vorbereitet werden muss und welche besonderen Eigenschaften die jeweiligen Holzsorten besitzen.

Historischer Hintergrund: Einfache Sitzmöbel gab es wahrscheinlich schon relativ früh (ca. ab der Jungsteinzeit in der Linearbandkeramischen Kultur um 5700-4900 v. Chr.). Dies kann man von Tonfiguren, die auf einfachen Möbelstücken sitzend abgebildet wurden, ableiten. Belege von Sitzmöbeln gibt es ab 3000 v. Chr. auch aus Ägypten, und viele gut erhaltene Fundstücke von Hockern und Stühlen ab dem 15. Jh. v. Chr. Aus dem 2. Jh. v. Chr. stammen die Funde aus Tall Baghouz (Syrien), wo insg. 17 Betten, 8 Hocker und 8 Tische in einem bronzezeitlichen Gräberfeld gefunden wurden. Das Holz der Möbel erhielt sich durch das trockene Klima. In Europa standen spätestens ab der ausgehenden Bronzezeit alle Werkzeuge zur Verfügung, die man brauchte, um Möbel herzustellen. Im antiken Rom und auch bei den Kelten gab es anspruchsvoll gebaute Sitzmöbel mit Holzverbindungen. Der im Kurs gebaute Schemel ist im Vergleich zu diesen einfach konstruiert. Ein Fund eines sehr ähnlichen Dreibeinschemels existiert aus der Wikingerzeit (Hocker von Lund, 11. Jh.) mit den Abmessungen der Sitzplatte von ca. 40x20 cm. Natürlich gab es zur Wikingerzeit auch kompliziertere Möbel mit vielen Holzverbindungen (z.B. Oseberg-Bett), aber um einen guten Einstieg für Anfänger in die Holzbearbeitung zu ermöglichen, ist der Inhalt des Kurses auf den Dreibein-Hocker und dessen einfache Holzverbindungen beschränkt.

Kursleiter: Christian Sam
Kursdauer:
10-17 Uhr
Kurskosten: 100 Euro
Materialbeitrag:
20 Euro

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