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MAYA

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Das MAMUZ Museum Mistelbach zeigt 2020 eine Ausstellung zur faszinierenden Kultur der Maya und liefert damit erstmals seit 25 Jahren eine umfassende Maya-Schau in Österreich. Die Ausstellung wirft einen eingehenden Blick auf den Lebensraum der Maya sowohl im tropischen Tiefland als auch im vulkanischen Hochland Guatemalas. Wie gelang es den Menschen trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen eine so große Bevölkerung zu ernähren, ohne ihre Umwelt zu zerstören? In welcher Weise organisierten sie ihr Zusammenleben? Und was waren die Ursachen für den Untergang der frühen Hochkultur? Die Beschäftigung mit den Maya führt uns zu erstaunlich aktuellen Fragestellungen. Präsentiert werden 200 Originalexponate aus Guatemala, die spannende Einblicke in die reichhaltige Geschichte der Maya ermöglichen.

Tief im Dschungel Zentralamerikas erheben sich bis heute die imposanten, steinernen Tempelpyramiden und Paläste der faszinierenden Kultur der Maya. In ihrer Blütezeit zwischen 250 und 900 n. Chr. bildeten sie eine mächtige Hochkultur, deren kulturelle Errungenschaften uns heute noch in Staunen versetzen: Sie erfanden einen präzisen Kalender, lernten mit dem tropischen Ökosystem in Einklang zu leben und entwickelten eine komplexe Hieroglyphenschrift. Ihre Siedlungsgebiete in den Regenwäldern von Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador waren damals die Regionen mit der weltweit größten Bevölkerungsdichte.

Neues Wissen über die Maya

Lange Zeit war die einst mächtigste Kultur des amerikanischen Kontinents im europäischen Bewusstsein in Vergessenheit geraten. Erst in den letzten Jahrzehnten haben ArchäologInnen, HistorikerInnen und SchriftforscherInnen die Maya wiederentdeckt und sind auf erstaunliche Dinge gestoßen. "Durch den Einsatz neuer Technologien und die Entzifferung der Maya-Schrift hat sich unser Verständnis der Maya-Kultur in den letzten Jahren radikal verändert. Jetzt erkennen wir, dass die Maya nicht nur die bedeutendste Zivilisation des Alten Amerika waren, sondern verstehen auch, wie die Menschen lebten, träumten und dachten", erklärt Kurator Nikolai Grube.

Die Sonderausstellung „MAYA“ im MAMUZ präsentiert die neuesten Forschungserkenntnisse zur Landwirtschaft, Religion, gesellschaftlichen Ordnung und zu den politischen Beziehungen der Maya-Königtümer. BesucherInnen erfahren, wie die Menschen in den Städten, auf dem Land und an den prächtigen Königshöfen lebten. Darüber hinaus wird deutlich gemacht, dass die Maya-Kultur nach dem Zusammenbruch der großen Maya-Städte, den klimatischen Herausforderungen und der Ankunft der spanischen Invasoren keinesfalls unterging, sondern – wenn auch in einer weitaus geringeren Zahl – weiterhin bestehen blieb und sich auf andere Gebiete Mesoamerikas verlagerte. Denn wie kaum eine andere Gesellschaft haben es die Maya verstanden, sich immer wieder an neue Lebensumstände anzupassen.

"Die Ausstellung führt uns auf eine spannende Entdeckungsreise nach Amerika und zeigt uns eine komplexe Gesellschaft, die in ihrer Entwicklung durchaus vergleichbar mit den frühen Hochkulturen in Europa ist. Mit scheinbar einfachen Mitteln gelang es den Maya, eine hochentwickelte Zivilisation mitten im tropischen Regenwald aufzubauen. Es ist erstaunlich, wie eine Gesellschaft über mehr als tausend Jahre in einem so fragilen Ökosystem leben konnte“, so Franz Pieler, wissenschaftlicher Leiter des MAMUZ.

Objektschau aus Guatemala

Die Schau umfasst 200 Originalobjekte aus Guatemala, die mehrheitlich noch nie in Europa zu sehen waren. Etwa die Hälfte der Objektsammlung wird überhaupt erstmals weltweit in einer Ausstellung gezeigt. Ein besonderes Highlight bildet die noch nie dagewesene Vielzahl an Exponaten aus Jade in einer europäischen Maya-Schau, darunter Jadeschmuckstücke, die Aufschluss über die prunkvolle Kleidung der Maya-Herrscher geben. Stelen mit Hieroglypheninschriften erzählen von der Weltauffassung der Maya und werden den BesucherInnen mit Übersetzungen präsentiert. Die Objektauswahl ist einzigartig und wurde in dieser Form noch in keiner Ausstellung präsentiert.

Die Exponate sind allesamt Leihgaben aus der Sammlung des Museo Nacional de Arqueología y Etnología (MUNAE), dem Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie von Guatemala. „Eine Besonderheit der Ausstellung ist, dass die rechtmäßige Herkunft aller Ausstellungstücke gesichert ist. Die Objekte stammen ausnahmslos von legal durchgeführten, archäologischen Grabungen in Guatemala. Wir wollen damit unsere Verantwortung als europäisches Museum ernst nehmen und aus Respekt gegenüber den Maya kein Kulturgut zur Schau stellen, das unrechtmäßig erworben oder angeeignet wurde“, verkündet Peter Fritz, Geschäftsführer des MAMUZ.

Neben den Originalobjekten enthält die Ausstellung Medienstationen, Fotoshows, Artefakte zum Anfassen und Spielstationen für Kinder, so dass die Maya-Kultur von den BesucherInnen mit allen Sinnen erlebt werden kann.

Kuratierung & Mitwirkende

Die Ausstellung „MAYA“ entstand im Zusammenwirken des MAMUZ und der Museumspartner GmbH und wird unterstützt durch Patrimonio Cultural y Natural (Generaldirektion für Kultur- und Naturerbe), Ministerio de Cultura y Deportes (Ministerium für Kultur und Sport) und Museo Nacional de Arqueología y Etnología (Nationalmuseum für Archäologie und Ethnologie) von Guatemala.

Als Kurator fungiert Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik und Ethnologie an der Universität Bonn. Seine Forschungen haben wesentlich zur Entzifferung der Maya-Schrift und zur Erforschung der Königsdynastien der Maya beigetragen. Er war an zahlreichen archäologischen Projekten in Guatemala, Belize, Honduras und Mexiko beteiligt und leitet gegenwärtig das archäologische Projekt Uxul im Süden des Bundesstaates Campeche in Mexiko.

Das Begleitbuch zur Ausstellung ist ab 21. März im MAMUZ Museum Mistelbach erhältlich.

 

Workshop Veränderungen - Auswirkungen und Chancen

Neben klassischen Ausstellungsführungen bietet das MAMUZ Museum Mistelbach einen speziellen Workshop zum Thema „Veränderungen – Auswirkungen und Chancen“ an.

Epidemien, Klimaveränderung, neue Machtverhältnisse, Ressourcenknappheit, aber auch der Drang nach Weiterentwicklung zwingen Gesellschaften - wie schon einst die Maya - zu Veränderungen. In diesem Workshop stellen sich Teilnehmende die Frage: Was bewirken Veränderungen in mir? Warum fallen mir manche leichter und andere richtig schwer? In einer angenehmen Atmosphäre reflektieren sie über bisherige und zukünftige Veränderungen ob in Schule, Beruf oder Freizeit sowie über deren Auswirkungen und Chancen zur Weiterentwicklung.
Für mehr Informationen zu Führungen und Workshops für Gruppen und Schulklassen stehen wir Ihnen gerne unter 02572/20719 oder  zur Verfügung.

Veranstaltungsreihe im Rahmen der Ausstellung

22. März 2020: Vortrag "Maya-Hieroglyphen. eine Schrift im Alten Amerika" von Nikolai Grube, dem Kurator der Ausstellung
12. & 13. September 2020: Rätselrallye Maya
22. Oktober 2020: Vortrag "Wasser, Grab und Unterwelt: Reservoire, Bestattungsriten und Jenseitsvorstellungen der klassischen Mayakultur" von Estella Weiss-Krejci, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Veranstaltungsreihe für Kinder

8. April 2020: Die Masken der Götter
24. Mai 2020: Töpfern wie die Maya
25. September 2020: Nachts im Museum
30. Oktober 2020: Nachts im Museum
15. November 2020: Rätselhafte Zeichen

Die Ausstellung wird unterstützt durch Patrimonio Cultural y Natural, Ministerio de Cultura y Deportes und Museo Nacional de Arqueología y Etnología (MUNAE) aus Guatemala.

  

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